Was ist ein Zoo?

Ein zoologischer Garten ist eine Einrichtung, in der wild lebende Tiere gepflegt, erforscht und der Öffentlichkeit präsentiert werden. Moderne Zoos verstehen sich weit mehr als Schaubühnen: Sie sind Orte des Artenschutzes, der Bildung und der Forschung.

Die vier Kernaufgaben moderner Zoos

Weltverbände wie die WAZA und die EAZA definieren das Selbstverständnis des modernen zoologischen Gartens über vier Säulen.

Artenschutz

Zoos betreiben Erhaltungszucht bedrohter Arten und finanzieren Schutzprojekte in den Herkunftsländern. Mehrere Arten wurden allein durch Zuchtprogramme vor dem endgültigen Aussterben bewahrt.

Bildung

Führungen, Infotafeln und Programme für Schulklassen vermitteln Wissen über Tiere, Lebensräume und Naturschutz. Für viele Menschen ist der Zoo der einzige Ort, an dem sie Wildtiere unmittelbar erleben.

Forschung

Tierärzte, Biologinnen und Kuratoren erforschen Verhalten, Ernährung und Fortpflanzung. Erkenntnisse aus Zoos fließen in den Schutz wilder Populationen ein.

Erholung

Zoos sind grüne Oasen in wachsenden Städten. Sie bieten Naturerlebnis, Ruhe und Begegnung – und Bildung beginnt oft mit dem Staunen.

Was macht einen modernen Zoo aus?

Das Bild des Zoos hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend gewandelt – weg vom engen Käfig, hin zum artgerechten Lebensraum.

Lebensraumnahe Gehege

Moderne Anlagen bilden natürliche Lebensräume nach: Vegetation, Wasserflächen, Kletterstrukturen und Rückzugsbereiche geben den Tieren Wahlmöglichkeiten.

Beschäftigung (Enrichment)

Futter verstecken, Duftspuren legen, Beschäftigungsgeräte anbieten: Enrichment-Programme fördern arttypisches Verhalten und beugen Langeweile vor.

Tiermedizin

Eigene Tierkliniken, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und individuelle Ernährungspläne sichern die Gesundheit der Tierbestände.

Nachzucht statt Wildfang

Der überwiegende Teil der in Zoos lebenden Tiere stammt heute aus koordinierten Nachzuchtprogrammen – nicht aus der Wildbahn.

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